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Jahreshauptversammlung – Martin Kollmeier bleibt Obermeister

Der neue Vorstand der Zimmerer-Innung (v.l.): Martin Kollmeier (Obermeister), Martin Kendler (stellvertretender Obermeister), Max Doppler, Ludwig Hartl, Franz Plank, Lukas Lechner und Herbert Koch.

„Unser Handwerk floriert weiterhin!“ betonte der Obermeister der Zimmerer-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land, Martin Kollmeier im Rahmen der Jahreshauptversammlung in Ainring. Das Handwerk habe ein gutes Image, mit dem Baustoff Holz sei man auch in Zukunft gut positioniert. Bei der mehrstündigen Versammlung wurde außerdem der Vorstand neu gewählt und Obermeister Martin Kollmeier wiedergewählt.

Der Obermeister freute sich außerdem, dass alle Anwesenden aus Mitgliedsbetrieben, Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, Lehrern, Ausbildern und Fördermitgliedern im Team zusammenarbeiten würden, um das Zimmererhandwerk „modern, innovativ und zukunftssicher weiterzuentwickeln.“ Gerade die Innung biete ein gutes Netzwerk für die Veränderungen in der Zukunft gewappnet zu sein, machte er deutlich. Man habe als Innung einen erfreulichen Mitgliederzuwachs auf nunmehr 46 Betriebe in den beiden Landkreisen.

Kritisch führte er aus, dass das Handwerk mit Bürokratie und einem Regulierungswahn überladen werde und einer kriselnden Bauwirtschaft gegenüber stehe.

Erfreut stellte er hingegen fest, dass das Interesse junger Menschen am Zimmererberuf unverändert hoch sei. Für eine attraktive Ausbildung werde in der Region viel getan: Die gewerbliche Berufsschule, der Campus Chiemgau sowie die Berufsschule Freilassing mit gesamt deutlich über 400 Millionen Euro Investitionssumme zeigten auch das politische Bekenntnis in der Region zum Handwerk, betonte Kollmeier und benannte hier namentlich die beiden Landräte Siegfried Walch und Bernhard Kern und letztlich den gesamten Kreistag der beiden Landkreise, die sich hinter die Großprojekte stellen würden.

Sein Schlussappel seiner Rede: „Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, unser Handwerk weiter so seriös und glaubwürdig zu stärken, und für die kommenden Generationen zu erhalten.“

Prüfungsausschussvorsitzender und Lehrlingswart Ludwig Hartl sagte, es gäbe viele junge Menschen die einen Handwerksberuf erlernen wollten. Aktuell werden in den Berufsschulen Traunstein und Traunreut 139 Auszubildende beschult.

Jens Holst gab Informationen zum berufsbegleitenden Meisterkurs im Bildungszentrum der Handwerkskammer weiter. 21 Gesellen bereiten sich derzeit auf die Prüfung in Traunstein vor. Aktuell habe man bereits zehn Voranmeldungen für den nächsten Kurs.

Manuela Deneri, Geschäftsstellenleiterin der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land (Kreiha) ging auf aktuelle Fragen der Innungssatzung ein, die im Nachgang an einigen nachrangigen Punkten geändert wurde. Auch hier fand sich komplette Einigkeit unter den Mitgliedern, die die Änderungen einstimmig durchwinkten.

Ihre Mitarbeiterin Dagmar Sinzinger legte im Nachgang die Jahresrechnung vor. Trotz gestiegener Aktivitäten hat die Innung auch in diesem Jahr gut gewirtschaftet, was der ausgeglichene Jahresabschluss zeigte. Nach dem positiven Votum der beiden Rechnungsprüfer Josef Pletzer und Arthur Roth wurde die Einnahmen-Überschussrechnung durchgewunken, dem Innungsvorstand und der Geschäftsführung Entlastung erteilt, was im Nachgang auch für den Haushaltsplan des laufenden Jahres galt. Kreiha-Mitarbeiterin Monika Auer stellte die Aktivitäten der Innung im Bereich der sozialen Medien vor, die auf gute Resonanz stoßen und vor allem auch junge Menschen anspricht, was die Klicks beweisen.

Kollmeier wiedergewählt

Einen wichtigen Raum der mehrstündigen Versammlung nahm die Wahl der Innungsleitung ein. Martin Kollmeier wurde ohne Gegenstimme wieder für die kommenden drei Jahre als Obermeister gewählt, sein Stellvertreter ist nach dem Motto „Wie der Vater so der Sohn“ nach Norbert Kendler nun einstimmig gewählt Martin Kendler. Ludwig Hartl, Bernhard Resch, Franz Plank, Lukas Lechner, Max Doppler und Herbert Koch sind gewählte Vorstandsmitglieder. Pletzer und Roth sind wieder in den Rechnungsprüfungsausschuss gewählt. Pletzer und Christian Weiß wurden in den Prüfungsausschuss als Meisterbeisitzer nachgewählt. Erfreulich war dabei, dass zum Teil auch junge Zimmerer in die Innungs-Verantwortung nachrücken.

Holzbau gewinnt an Bedeutung

Im Fachvortrag ging Andreas Kraft vom Landesinnungsverband auf aktuelle Änderungen in technischen Fragen rund um den Holzbau ein und wies auf sicherheitsrechtliche Neuerungen hin, die von den heimischen Betrieben umgesetzt werden müssen.

Peter Aicher, Präsident von Holzbau Deutschland ging auf Erfolgsgeschichten im Innungs- und Verbandsleben ein. Man präsentiere den Holzbau gut in der Öffentlichkeit. Alle Marketingmaßnahmen sollten zeigen, was das Zimmerer-Handwerk leisten kann. Forschung und Entwicklung habe man frühzeitig forciert, nun zeige sich der Erfolg. „Der Holzbau wird bis 2045 einen Anteil von bis 40 Prozent haben“ freute er sich um eine deutliche Steigerung bei aktuell 22 Prozent. Lobend erwähnte er das Engagement der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, und nannte hier exemplarisch die Förderung der Fachberatung Holzbau in Freising.

Eine Reihe Zimmermeister und zugleich langjähriger, treuer Mitglieder der Innung wurden mit dem goldenen Meisterbrief geehrt.

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